KAB Litzendorf spendet für Hospizvereine

Ortsvorstand bei Neuwahlen bestätigt
Bei der Jahreshauptversammlung der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) Litzendorf konnten die beiden Vorsitzenden Heidi Herderich und Heinrich Weidner auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Als besonderen Gast konnten sie die Diözesanvorsitzende der KAB Bamberg und Mitglied der KAB-Bundesleitung, Frau Ingrid Schumann begrüßen.
In ihrem Rechenschaftsbericht gingen sie auf die aktuelle Situation des Ortsverbandes Litzendorf ein. So verstarben im letzten Jahr zwei Mitglieder und drei Mitglieder kündigten dem Verband ihre Mitgliedschaft auf. Leider gab es keine Eintritte. Nach Einschätzung der Vorsitzenden ist der Beitritt zu einem sozial-politischem Verband mit religiösem Fundament derzeit für junge Menschen und Familien sehr schwer vermittelbar, ebenso nimmt der Solidaritätsgedanke in unserer Gesellschaft immer mehr ab. Die religiösen und kulturellen Veranstaltungen boten ein breites Spektrum an Informationen. Höhepunkte waren dabei sicher zwei Veranstaltungen mit dem Ausbildungsleiter für Seelsorger in der Erzdiözese Bamberg, Herrn Dipl.-Theologen Markus Starklauf. Im April letzten Jahres referierte dieser zum Thema „Arbeitswelt im Umbruch – Psychische Belastungen und ihre Folgen“ vor einem vollbesetzten Saal. Den Teilnehmern legte er dar, wie schleichend sich Burn-Out entwickeln kann, welche Anzeichen ernst zu nehmen sind und wo man professionelle Hilfe bekommt. Außerdem gab er Anregungen und Tipps zur Burn-Out Prävention und Arbeiten ohne Burn-Out. Im zweiten Seminar behandelte er die Sinnhaftigkeit der christlichen Rituale und Traditionen in der Familie. Weitere Veranstaltungen waren eine Stadtführung in Bamberg über das Leben und Wirken von Juden in Bamberg, eine Mountainbiketour für Kinder im Rahmen des gemeindlichen Ferienprogramms und eine Betriebserkundung bei einer heimischen Brauerei. Seit Herbst 2011 ist die KAB Litzendorf auch Mitglied beim Runden Tisch „Buntes Ellertal – Bündnis für Toleranz“. Eine feste Größe im kulturellen Leben der Gemeinde Litzendorf ist die KAB Theatergruppe unter der Leitung von Albert Knoblach, welche auch im Februar 2012 wieder ein Theaterstück spielte. Wie in den vergangenen Jahren beteiligte sich die KAB an Veranstaltungen der Pfarrei. Den Ertrag aus der Teilnahme am Litzendorfer Weihnachtsmarkt spendete die KAB an die Hospizvereine. So wurden dem Hospizverein Bamberg 400 €, dem Hospizverein Erlangen 600 € für die Kinderhospizarbeit gespendet. Für die KAB-Senioren berichtete Franziska Neumann. Sie boten im vergangenen Jahr zehn Nachmittage mit Kompetenz- und Gedächtnistraining, Ausflüge und religiöse Angebote an. Der Kassenbericht wurde durch Harald Heider vorgetragen, die Kassenrevisoren bescheinigten dem Kassier eine geordnete Kassenführung. Zum Abschluss ihres Berichtes bedankte sich Frau Herderich bei allen, die diese Veranstaltungen und Aktionen besucht und mit ausgerichtet haben.
Ein Höhepunkt der Veranstaltung war die Ehrung von Claudia Dworazik aus Pödeldorf für 25 Jahre Mitgliedschaft in der KAB.
In einem Referat berichtete die Diözesanvorsitzende Ingrid Schumann über die aktuellen Themen der KAB und über die Aktionen für das kommende Jahr. Sie benannte drei Schwerpunkte. So ist der Kampf um den arbeits- und einkaufsfreien Sonntag nach wie vor ganz wichtig. Der zweite Schwerpunkt beleuchtet die Einkommenssituation der Geringverdiener und der Leiharbeitnehmer. Wenn immer mehr Menschen für Hungerlöhne arbeiten müssen und trotz Arbeit arm bleiben mit all den verheerenden Folgen für Bildung, Gesundheit und gesellschaftliche Beteiligungsmöglichkeiten, dann hat dies auch massive Auswirkungen auf den Zusammenhalt der Gesellschaft, befürchtet die KAB. Hungerlöhne heute sind zudem die Altersarmut von morgen, stellte Frau Schumann klar. Damit sieht die KAB ihre immer wieder geäußerte Sorge bestätigt, die Schere zwischen Arm und Reich werde in Deutschland noch weiter auseinander gehen. Die KAB fordert daher erneut die Einführung eines flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohns in Höhe von 9,40 Euro und eine massive Begrenzung von Leiharbeit. (Nach einer Studie des Institut für Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen stieg die Zahl der Niedriglohn-Empfänger von 1995 bis 2010 um mehr als 2,3 Millionen an. 1,4 Millionen Menschen arbeiten dabei für weniger als fünf Euro, 2,5 Millionen für weniger als sechs und 4,5 Millionen für weniger als sieben Euro pro Stunde.)
Außerdem will die KAB Deutschland gemeinsam mit anderen Verbänden der Spekulation mit den Lebensmitteln den Kampf ansagen. Dazu werden im April Unterschriftenaktionen und Internetabstimmungen gestartet, um eine Petition beim Deutschen Bundestag einzureichen.
In der anstehenden Neuwahl der Ortsverbandsleitung wurde die Vorstandschaft in ihren Ämtern bestätigt. So werden in den nächsten vier Jahren Heidi Herderich und Heinrich Weidner als Vorsitzende, Günther Loch als Stellvertreter und Harald Heider als Kassier den Ortsverband leiten. Das Amt des Schriftführers konnte nicht besetzt werden, ebenso ist das Amt des Präses vakant.
Autor: H.W.
